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21.10.2018 : 12:24

Fotos/Kurzberichte

2013

Reims · 18.-21.10.2013

2012

Lissabon · 07.-11.12.2012
Dietlingen · 25./26.02.2012

2011

Minimarathon · 17.09.2011

2010

Athen Marathon · 31.10.2010
Hamburg Marathon · 25.04.2010
"memler opening" in Dietlingen · 30./31.01.2010

2009

Wanderung Murgtal · 08.11.2009
New York Marathon · 01.11.2009
Mini-Marathon u. Baden-Marathon · 19./20.09.2009
Fidelitas-Nachtlauf · 27.06.2009
Jesolo Night-Marathon · 22.-26.05.2009
Hamburg-Marathon · 26.04.2009

2008

Wanderung Ottenhöfen · 26.10.2008
Hornisgrinde-Marathon · 20.07.2008
Finama · 28.06.2008
Mannheim Marathon · 24.05.2008
5. memler Lauffreizeit Altglashütten · 22.-25.05.2008
Grand-Prix Bern · 10.05.2008

2007

Amsterdam · 19.-24.10.2007
Im Interview: Markus lief beim 25. Fiducia-Baden-Marathon persönliche Bestzeit
Sparkassen-Mini-Marathon · 15.09.2007
Sommerfest Büchelberg · 28.07.2007
Hornisgrinde-Marathon · 22.07.2007
Stuttgarter Zeitungslauf · 24.06.2007
Im Interview: Bärbels erster Start beim Fidelitas Nachtlauf über 80 km · 23.06.2007
4. memler-Lauffreizeit Altglashütten · 17.-20.05.2007
Grand-Prix Bern · 12.05.2007
Hamburg Marathon · 29.04.2007

2006

FIDUCIA Baden-Marathon · 24.09.2006
FIDELITAS Nachtlauf · 24.06.2006
Stockholm Marathon · 02. - 07.06.2006
3. memler-Lauffreizeit Altglashütten · 28.04.-01.05.2006
Winterlaufserie Rheinzabern, 15 km · 08.01.2006

2005

Halbmarathon Tübingen · 03.12.2005
Wanderung "Hoch über dem Albtal" · 13.11.2005
New York-Marathon · 06.11.2005
Frankfurt-Marathon · 30.10.2005
23. FIDUCIA Baden Marathon · 18.09.2005
25 km Bellheim · 06.08.2005
FIDELITAS Nachtlauf · 25.06.2005
2. memler-Lauffreizeit Altglashütten · 26.-29.05.2005
Grand-Prix Bern · 21.05.2005
Weltkulturerbelauf Bamberg · 01.05.2005
2. Freiburg-Marathon · 10.04.2005
Marató del Mediterrani / Barcelona · 19.-23.03.2005
"memler opening" in Dietlingen · 22./23.01.2005

2004

New York City Marathon · 07.11.2004
Marathon Palma de Mallorca · 24.10.2004
Baden-Marathon · 19.09.2004
Deutschlandstaffel · 24.08.2004
FIDELITAS Nachtlauf · 26.06.2004
24 h-Lauf für Kinderrechte · 19./20.06.2004
1. memler-Lauffreizeit Altglashütten · 10.-14.06.2004
Mannheim Marathon · 15.05.2004
Freiburg Marathon · 28.03.2004

2003

Tessin Marathon · 09.11.2003
ISTANBUL Eurasia Marathon · 19.10.2003
Karlsruhe-Marathon · 21.09.2003
Hornisgrinde-Marathon · 20.07.2003
24 h-Lauf für Kinderrechte · 05./06.07.2003
FIDELITAS Nachtlauf · 28.06.2003
Grand-Prix Bern · 10.05.2003
Badische Meile · 03.05.2003
Hamburg-Marathon · 27.04.2003
Olympialauf · 05.04.2003
Knielingen · 29.03.2003
Kandel · 09.03.2003

New York City Marathon | 29.10. - 03.11.2009

How to become a New York Road Runner?

Lange Zeit nur eine wage Wunschvorstellung zeigte sich doch, dass auch andere diesen Traum hatten. Und er sollte Wirklichkeit werden. Zunächst nur zu viert, sollten es später neun Memler sein, die am 1. November 2009 vor der Verrazano-Nawarro- Brücke auf den Startschuss warteten.
Nach eingehenden Recherchen war ein geeigneter Veranstalter gefunden und der Umfang der Reise festgelegt worden.
So trafen wir - Barbara, Ulla, Carl, Fritz und ich - uns am Donnerstag den 29. Oktober zu nachtschlafender Zeit am Ortseingang von Durlach-Aue um gemeinsam zum Flughafen nach Frankfurt zu fahren. Wenn die Angaben des Navi's zeitweise für Verwirrung sorgten, wurden sie ignoriert und wir erreichten in kürzester Zeit den Platzhirsch in Kelsterbach.
Doch das bedeutete noch lange nicht, dass das Auto dort einfach abgestellt werden konnte, nein. Eine Schranke wollte mit Nummern und Kreditkarte gefüttert werden und war dann noch etwas zu gefräßig. Die Kreditkarte des Kunden vor uns verschwand und nur schweres Geschütz brachte sie wieder zum Vorschein. Danach konnten auch wir diese Hürde meistern.
Dafür verlief dann wenigstens der Transfer vom Parkhaus zum Flughafen völlig problemlos. Und dank unserem frühen Aufbruch war die Warteschlange vor dem Check-in Schalter noch überschaubar kurz. Nach dem Wiegen der Gepäckstücke kam doch leichte Hektik auf. Ein Koffer war zu schwer und so mussten Teile des Inhalts kurzerhand aufgeteilt bzw. umgeschichtet werden.
Für Nicht-viel-Flieger ist so ein Flughafen ungemein spannend: Wir machten uns in unserer verbleibende Zeit bis zum Boarding auf  "Flughafenexpedition" und erkundeten die Geschäfte. Später war dann eine geeignete Sitzmöglichkeit und ein Frühstück dringend nötig. Im Wartebereich vor dem Zugang zum Flugzeug trafen wir schließlich dann auf die anderen Memler'innen -Bettina, Jasmine und Ulla. Stephanie war schon am Dienstag nach New York geflogen.
Soweit wir unsere Reiseführer noch nicht ausgiebig studiert hatten, waren die mehr als sieben Flugstunden bestens dafür geeignet sich mit den noch fehlenden Informationen zu versorgen. Dann kam der Zeitpunkt an dem auch der größte Bewegungsmuffel Probleme mit dem Stillsitzen hatte. Da wir verstreut im ganzen Flugzeug saßen, besuchten wir uns gegenseitig oder es ging zum Händewaschen oder Zähneputzen, denn Stillsitzen kann ein Läufer nicht ;) Dabei konnten wir feststellen, dass es vielen Passagieren ähnlich erging. Vor den Notausgängen trafen sich verschiedene Läufergrüppchen zum Erfahrungsaustausch. Hier noch ein Hinweis: Das Flugzeug war fest in Läuferhände.
Nach endlosen Meile in der Luft setzte das Flugzeug endlich zum Landeanflug an und dann kam die Befreiung: Endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Doch nun sollte es spannend werden. Die Einreise. Schon vor Reiseantritt musste man ein elektronisches Visum beantragen, das gleiche Formular war im Flugzeug nochmals auszufüllen, doch was würde uns jetzt hier erwarten? Es soll schon vorgekommen sein, dass einem Reisenden die Einreise verwehrt wurde.
Doch dieses Flugzeug voller Einreisewilliger wurde trotz Extrafoto und einmal Fingerabdruck innerhalb kürzester Zeit durchgeschleust. Die zunächst für US-Bürger vorgesehenen Schalter wurden kurzerhand umfirmiert und so blieb sogar Zeit für Smalltalk.
Jetzt trennten sich unsere Wege wieder. Bettina, Jasmine und Ulla wollten nach New Jersey und wir wurden nach Manhattan gebracht. Auf der Fahrt ins Hotel gab es dann auch den ein oder anderen nützliche Tipp der Reiseleitung und wir bekamen einen ersten Eindruck von der Größe der Stadt. Wir erreichten ohne größeren Stau oder sonstiges für New York bekanntes Verkehrschaos unser Hotel in der 7th Avenue/ Ecke 50 Straße.
Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Expo, der Marathonmesse, im Javis-Center. Laut Reiseleiter Karsten in ca. 30 Minuten gut zu bewältigen und bestens geeignet sich in der Stadt zu orientieren und die erste New Yorker Luft zu schnuppern. Auch ohne Stadtplan  -  die Strassen sind einfach durchnummeriert, in Nord-Süd-Richtung sind es Avenues und in Ost-West-Richtung einfach nur Straßen- gelangten wir problemlos an unser Ziel.
Wir finden den richtigen Eingang und haben Glück, nur eine Miniwarteschlange. Den Endlosschleifen, die dort abgetrennt sind, nach zu urteilen, hat man sich auf einen Riesenansturm vorbereitet. Am ersten Schalter wird die Anmeldebestätigung mit dem Reisepass verglichen und dann erst darf man zum nächsten Schalter weiter gehen, wo es die Startunterlagen für den Freundschaftslauf am Samstagmorgen gibt. Danach geht es weiter zu den Startunterlagen für den Marathon samt Shirt und D-Day-Chip, welcher dann noch registriert werden muss.
Nach einem Fotostopp vor dem Riesenplakat mit der Marathonstrecke konnten wir uns auf die Messe stürzen, wobei die Schreibweise des Datums - 2009.11.01- auf den Kleidungstücken bei mir für einige Verwirrung sorgte. Schon gut bepackt stellten wir bei Verlassen der Expo fest, dass unsere Entscheidung nur die Koffer im Hotel abzustellen und sofort aufzubrechen richtig gewesen war, denn in der Zwischenzeit war der Riesenansturm gekommen und ich war froh nicht in dieser Warteschlange stehen zu müssen.
Für den Rückweg fragten wir uns dann zum richtigen Shuttelbus durch und erreichten wohlbehalten unser Hotel.
Auf dem Weg durch die Lobby lief uns dann, als wären wir verabredet gewesen, Stephanie über den Weg, die ihre freien Tage hier nicht nur für einen Kultur- sondern auch für einen Shoppingmarathon genutzt hatte. Sie sollte nicht die einzige bleiben, die für den Rückflug noch einen weiteren Koffer kaufen musste. Unser gemeinsames Abendessen führte uns ein typisch amerikanisches Dinner.
Jede Menge Deko an den Wänden und das nicht nur wegen Halloween. Zwar war schon der Umfang der Speisekarte eine Herausforderung, richtig gewichtig waren dann die Portionen. Wir machten erste Bekanntschaft mit nach amerikanischer Art serviertem Getränken: Sie werden, wehrt man sich nicht dagegen, mit sehr viel Eis serviert werde. Jetzt weiß ich auch warum es Eistee gibt. Zum Schluss dann eine Rechnung für alle, die einzelnen Preis nur netto und ohne Tip, jetzt war Kopfrechnen gefragt.
Bei der morgendlichen Infothek unseres Reiseveranstalters fand Ulla zum Glück auch noch einen Physiotherapeuten, der sich nach dem Frühstückstreff bei Starbucks & Co um sie kümmerte.
Bis zur gebuchten Stadtrundfahrt mit Gerda trennten sich unsere Wege. Mein Ziel war das Museum of Modern Art, kurz MoMA. Zusammen mit Barbara und Fritz erkundete ich das Museum, von oben nach unten wie es der Reiseführer in der Rubrik  "Insidertips" vorschlug. Zum ersten Mal stand ich vor Gemälden, die ich zuvor nur von Fotos kannte und war sprachlos. Im Erdgeschoss gab es dann noch preisgekröntes Design zu sehen und natürlich staunten wir auch dort. Jeder hatte als Kind mit Designteilen gespielt -Legosteine. Da die Zeit wie immer knapp war und wir pünktlich zur Stadtrundfahrt am Hotel sein sollten, fiel der anschließende Besuch im Museumsshop recht kurz aus. Was nicht heißt, dass ich nicht doch zugeschlagen habe.
Mit Gerda ging es dann kreuz und quer durch Manhattan. Sie wusste viel zu erzählen und war immer darauf bedacht dass es uns allen gut ging.
Bei der Runde um den - laut Gerda - "Zentralpark" fiel mir die Melodie vom Zentralfriedhof ein. Gerda wusste, welcher Promi wo wohnt und wer gerade für wie viel Geld eine Wohnung gekauft oder verkauft hatte. Und vor jedem Gebäude steht ein Doorman und wacht über die ein- und ausgehenden Besucher. Ein Stopp beim Trump Tower für den Restroom, ein Zwischenstopp für den besten Blick auf das Empire State Building, einen Blick auf die Baustelle beim Ground Zero und Lady Liberty aus der Ferne, nicht zu vergessen einen Imbiss auf Pier 17 mit Blick auf die  - laut Gerda -  "BMWBrücken". BMW steht für Brooklyn, Manhatthan und Williamsburg-Bridge. Zwischendurch noch Einkaufstipps mit Gutscheinen, Telefonkarten und damit keiner anstehen muss auch Eintrittskarten für das Empire State Building oder der Turm des Rockefeller Centers. Es sollte uns an nichts fehlen.
Für Barbara und Fritz ging dann der Suche nach den von Deutschland aus bestellten Karten für Aida in der Metropolitan Opera weiter und wir trafen uns abends auf dem Empire State Building. Doch so einfach lässt man hier niemand durchspazieren: Sicherheitskontrollen ähnlich streng wie beim Hinflug. Fritz musste sein Stativ, das er extra für die Nachtaufnahmen mitgeschleppt hatte, abgeben und bekam es später fast nicht mehr wieder. Mit dem ersten Fahrstuhl ging zunächst bis zum 86. Stockwerk und anschließend weiter zum 89. Stockwerk. Es war lausig kalt und windig, mit einer grandiosen Aussicht, ein einziges Lichtermeer. Zwischen den Runden außen auf der Plattform ging es nach Innen um sich wieder aufzuwärmen.
Auf dem Rückweg ins Hotel waren die Straßen voller Autos. Unzähligen Menschen hasteten vorbei. Der Times Square war mit seinen unzähligen Reklametafeln bunt erleuchtet.
Der Samstagmorgen stand im Zeichen des Internationalen Freundschaftslaufs. Treffpunkt ist 7:30h im Foyer des Hotels. Gemeinsam mit den anderen Läufern gingen wir los. An jeder Straßenkreuzung stießen weitere Läufer dazu, von denen viele kostümiert waren. Auch Fritz hatte eine Deutschlandfahne dabei. Auf der Hammarskjöld Plaza, wo die einzelnen Nationen begrüßt wurden, trafen sich alle um dann anschließend am Gebäude der Vereinten Nationen über die First Avenue zum Central Parc zu laufen. Zuschauer waren kaum unterwegs, dafür war die Stimmung unter den Läufer umso besser. Als Sushi verkleidete Japaner, stimmgewaltig singenden Italienern, mit der französischen Nationalhymne dagegen haltende Nachbarn aber auch die Mexikaner und Niederländer schienen ihren gesanglichen Einsatz vorher geprobt zu haben. Im Ziel im Central Parc treffen Ulla, Carl und Fritz dann auch wieder die Mädels aus New Jersey. Bettina Jasmine und Ulla waren in Dirndln unterwegs unheissbegehrte Fotomodelle.
Für Fritz ging es anschließend in Sachen Opernkarten in die nächste Runde.
Das nächste Highlight war dann der Turm des Rockefeller Centers, diesmal bei Tag. Die Decke des Fahrstuhls ist aus Glas und die Wände des Fahrtstuhlschachtes teilweise beleuchtet. Der Fahrstuhl rast den Lichten entgegen und oben angekommen, warte ich erst noch bis mein Kreislauf wieder bei mir ist. Auch wenn uns kein Sonnenschein gegönnt war, die Aussicht von den verschieden Plattformen ist höchsten mit er Aussicht von einem Gipfelkreuz aus zu vergleichen. Noch ein Blick in den Souvenirshop und nicht zu vergessen der Fotografen für ein Foto mit den Bauarbeitern auf dem Eisenträger in der Mittagspause.
Unsere Teilnahme an der Pastaparty scheitert an unserer mangelnden Bereitschaft uns in eine mehr als zwei Blocks lange Schlange einzureihen und so gab es Pasta und anderes im Time Warner Building am Columbus. Auch wenn das Wasser hier in einer Silberkaraffe gereicht wurde, der Chlorgeschmack war bedauernswerterweise der gleiche.
Zurück im Hotel galt es dann für den nächsten Morgen alles bereitzulegen und möglichst nicht wirklich wichtiges zu vergessen.
"Wie wird das Wetter, was ziehe ich zum Laufen an, warme Sachen für vor dem Start und dann noch den Kleiderbeutel nach dem Lauf im Zielbereich"
Entscheidungen ohne Ende!!! Und das allerwichtigste, den D-Day-Einmalchip entsprechend der mitgelieferten Anleitung am Laufschuh befestigen. Dann noch den Wecker stellen und einen Sicherheitsweckdienst beauftragen für den Fall, dass der Wecker ausfällt.
Dann endlich der Tag dem die ganze Vorbereitung galt.
Pünktlich standen wir im Hotelfoyer und warten auf den Transfer zum Start. Laut Reiseleitung würde auf Langschläfer und andere Chaoten keine Rücksicht genommen werden, da die Brücke gegen 7 Uhr für Verkehr gesperrt würde.
Ein Bus brachte uns durch das morgendlich ruhige New York über die Verrazano Brücke zum Startgelände im Fort Wadsworth in Staten Island.
Als wir aus dem Bus stiegen, nieselte es leicht. Doch die vorhandenen Zelte waren schon komplett belegt. Es war recht windig und wir suchten uns im Windschatten von parkenden LKW's einen Platz - in Sicht, aber nicht in  "Duftweite" der Dixi's, dann wäre dieses Problem auch gelöst.
Müllsäcke und Rettungsdecken wurden ausgebreitet und wir starteten zu einer ersten Erkundungstour über das Gelände. Wo gab es Kaffee, Tee, was zu essen und was war sonst noch so los? Von unserem Lagerplatz aus hatten wir einen Blick auf die endlose Schlange von Bussen, die die Läufer über die Verrazano Brücke brachten. Mir drängten sich Überlegungen auf wie, wie viele Busse braucht man um über 40.000 Läufer zu befördern und wie lange dauert das Ganze? Mittlerweile war es schon 8 Uhr und die Schlange schien sich immer noch nicht dem Ende zu neigen.
Auf einer Bühne zwischen den einzelnen farbigen Bereichen spielte ein Band und trotz der bevorstehenden Strecke ließen sich einige nicht davon abhalten ausgibt zu rocken.
Doch irgendwann ertönte der Startschuss für die Rollstuhlfahrer. Von da an waren es nur noch zwei Stunden bis zu unserem Start.
Nochmals einen warmen Tee holen und dann noch den Kleiderbeutel zu den UPS-Trucks bringen. Hubschrauber stehen in der Luft und es kommt noch mehr Bewegung in die wartende Läufermenge. Unter lautem Beifall und zu Frank Sinatras New York, New York fiel der Startschuss für die erste Welle. Nach einigen Diskussionen mit den Helfern durften wir dann obwohl wir unterschiedlich farbige Startnummern hatten gemeinsam im grünen Bereich an den Start gehen. Endlich ist es dann soweit, auch für uns fällt der Startschuss:
Ich werde den New York Marathon laufen-Verrazano Brücke, Brooklyn, Queens, Queensboro Brücke, Manhattan 1st Avenue, Bronx, Manhattan 5th Avenue, Central Parc East, South, Columbus Circle, Central Park West... und ich werde aufrecht im Ziel ankommen.
Auf dem Weg zur Startlinie zogen wir die wärmenden Zusatzschichten aus, welche von fleißigen Helferlein eingesammelt wurden. Langsam setzte sich die Läuferschar in Bewegung, Gänsehautfeeling pur. Es wehte ein eisiger Wind, doch der Blick auf die Skyline von Manhattan war auch von der unteren Ebene der Verrazano Brücke atemberaubend. Auf der Hälfte der Brücke hatten wir schon die erste Meile hinter uns gebracht und es war nicht leicht in dieser Menge beisammen zu bleiben. Unzählige Fotos wurden geschossen und bei Meile 2 waren wir schon in Brooklyn angekommen.
Von jetzt an säumten unzählige Zuschauer die Strecke, die die Läufer begeistert anfeuerten. Lifebands der unterschiedlichsten Musikrichtungen, vom Gospelchor vor einer Kirche, einer Schulband vor einer Highschool, ein Gitarrenspieler mit Verstärker im Hauseingang und viele andere zauberten eine Stimmung vergleichbar mit den rheinischen Rosenmontagszügen. Die Musik wechselte mit den Menschen, die in den Bezirken wohnen, Afroamerikaner, Latinos, Juden, Iren, Asiaten.
Doch die Begeisterung war stets überwältigend, Kinder die mir ihre Hände zum Abklatschen entgegenstreckten und der Zuruf  "good job, you're looking good". Die Beine wollten schneller werden, doch noch war das Ziel weit entfernt. Es reihte sich Meile an Meile, bei Meile 10 musste ich an den Grand Prix von Bern denken, aber die Stimmung hier war noch viel viel besser. Über die Pulaski Brücke verließen wir Brooklyn und kamen nach Queen und hatten nun die Hälfte der Strecke geschafft. An jeder Meile gab es einen Getränkestation mit Wasser und Gatorade, leider alles kalt und keine Bananen. Aber wir waren vorgewarnt und so schleppte ich meinen Kaloriennachschub in Form von klebrigem Gel - zuvor auch ausprobiert, aber wirklich lecker ist etwas anders - selbst mit. Nach diesen Getränkestationen hatte ich immer das Gefühl am Boden zu kleben und jeder Schritt quietschte. Über die Queensboro-Brücke verließen wir Queens und erreichten Manhattan, inzwischen bei Meile 16 auf der First Avenue: Hier ging es zunächst drei Meilen schnurgeradeaus. Soweit das Auge reichte nur Läufer, rechts und links der Strecke standen die Zuschauer dicht gedrängt. Kam ein Läufer mit Namen auf seinem T-Shirt in Sichtweite wurde er lautstark angefeuert, und auch ich fühlte mich wie beflügelt. Tief beeindruckt war ich, als ich an einem jungen Mann mir Beinprothesen vorbeikam. Er hatte zwei Begleiter im Schlepptau, aber er war dabei:  "Being a part of it". Über die Willis-Avenue-Brücke ging es zu einem kurzen Abstecher in die Bronx. Es kam mir vor wie in einem anderen Land, der Unterschied hätte krasser nicht sein können. Eben noch schicke Einkaufszeilen, waren auf der anderen Seite der Brücke die Gebäude verwahrlost, alles wirkte trostlos. Hier standen längst nicht so viele Zuschauer, doch das änderte sich schlagartig als wir über die Madison- Avenue-Brücke zurück nach Manhattan gelangten. Auf der Fifth Avenue Richtung Central Park, nach dem Wasser Reservoir über den East Drive in den Central Park, dann die vorletzten Höhenmeter, die mit den Anfeuerungsrufen der Zuschauer gut zu bewältigen waren.
Kilometer 40, Meile 25 noch einmal bergab aus dem Central Park raus auf die Central Parc South Richtung Columbus Circle. Dort war rechts eine Tribüne aufgebaut und auf einer großen Leinwand konnten wir uns laufen sehen.
Dann das Schild Meile 26, durch eine tosende Menge noch 400m, Endspurt oder so ähnlich, die Augen fest auf das Ziel gerichtet. Und plötzlich ist alles vorbei, hier bin ich völlig verschwitzt und das bei der Kälte, nach einem Zielfoto ist mir nicht zumute und so lasse ich mich eingehüllt in eine Alufolie Richtung Gepäckausgabe schieben.
Im Ziel traf ich wieder auf Ulla und Carl und verlor sie gleich wieder in der Läufermenge. So machte ich mich auf den Weg zurück zum Hotel, wo ich plötzlich auf Barbara stieß, die gewartet hatte. Wir konnten sogar ohne Umweg über die Columbus Avenue über den Columbus Circle gehen, wo immer noch Läufer Richtung Ziel unterwegs waren.
Unser Reiseleiter meinte vor dem Lauf, dass wir für den Rückweg vom Ziel ins Hotel mindestens eine Stunde brauchten würden und ich dachte zunächst er wolle uns auf den Arm nehmen, doch er sollte Recht behalten. Nach einer ausgiebigen Dusche, etwas Warmen zu trinken und einer Runde Beine hochlegen war alles fast wieder wie neu.
Einer Empfehlung folgend wollten wir unser Ziel gemeinsam bei einem Italiener am Times Square feiern. Doch wer ohne vorherige Reservierung kommt, muss erst noch warten. Wir bekamen einen Piepser und wenn der Tisch frei wird, werden wir benachrichtigt. In der Zwischenzeit sahen wir uns das Treiben auf dem Times Square von der Tribüne aus an.
Hier merkte ich schnell, dass ich heute doch recht weit gelaufen war. Die Treppen taten weh, egal ob treppauf oder treppab.
Der Italiener entpuppte sich als typisch American Italian Food. Suppe, Salat und Grillplatten waren super lecker. Danach hatte jedoch keiner mehr Ambitionen zur großen Läuferparty im Hammerstein Ballroom zu gehen und wir verabredeten uns am nächsten Morgen zum Frühstück im Starbucks gegenüber.
Doch die Idee hatten noch andere, denn der Laden war hoffnungslos überfüllt. Es musste nicht immer Starbucks sein und zwei Häuser weiter schmeckte der Kaffee ebenfalls hervorragend.
Gut gestärkt ging es dann mit der U-Bahn zur Station South Ferry. Vor der Fahrt mussten wir noch ein Ticket lösen, was bei der Tarifvielfalt nicht einfach war. Unser Plan war mit der Staten Island Ferry nach Long Island zu fahren um von der Fähre aus eine Blick zurück auf die Skyline von Manhattan und auf Lady Liberty zu haben. Wir waren noch recht früh unterwegs und konnten uns ungestört von Touristenmassen den Wind um die Nase wehen lassen.
Wieder zurück führte uns unser Weg an der Börse vorbei durch die Wall Street nochmals zu Ground Zero und dann zur St. Paul's Kirche mit ihrer Gedenkstätte für die Opfer und Helfer. Über den Broadway ging es dann weiter, wo sich unsere Wege zum Shoppen trennten.
Für Barbara, Ulla und Fritz gab es abends noch als weiters Highlight den Besuch von Aida in der Metropolitan Opera; es sei noch angemerkt, die Karten tauchten dann doch noch bei Ulla in New Jersey auf.
Dienstagmorgen ließ sich Barbara nach anfänglichem Zögern doch noch zu einer Joggingrunde durch den Central Park überreden und beim Hinausgehen trafen wir auf Ulla und Karl die ihre Runde bereits beendet hatten. Kalt wie immer, der Himmel strahlend blau, liefen wir kreuz und quer durch den Park. Immer wieder begegneten uns andere Läufer - New York Road Runners -, das Laufen ging erstaunlich gut und ich könnte es genießen noch einmal hier zu laufen. Danach heißt es langsam Abschied nehmen, das Gepäck wurde bis zu Abfahrt am Nachmittag im Hotel aufbewahrt.
Nach einem leckern Frühstück gönnte sich Stephanie noch einen Runde Kultur im Guggenheim Museum. Auf der Suche nach noch fehlenden Mitbringseln kam ich noch in den M&M-Shop und ins Toys  "R" us. Ohne Kinder war das richtig lustig. Ein Riesenrad über drei Stockwerke und an jeder zweiten Ecke wuselte eine Comicfigur mit einem Fotografen im Schlepptau durchs Haus immer auf der Suche nach Kindern und Eltern, die sich ablichten lassen wollten. Beim Hinausgehen konnte man dann entscheiden, ob man die ganzen Bilder kaufen wollte oder nicht.
Pünktlich um 15:30 Uhr startete dann der Transfer zum Flughafen, wo wir trotz Rushhour noch frühzeitig eintrafen. Da keine Flüssigkeiten mit ins Flugzeug genommen werden durften, wurden jetzt die Reste vertilgt und wer seinen Gesamtwarenwert noch nicht überschritten hatte, konnte in den Duty-Free-Shops nochmals zuschlagen.
Im Wartebereich trafen wir auf Ulla und Bettina, die von ihrem Lauf und den anderen Unternehmungen erzählten.
Im Flieger, wer hätte es gedacht, wohin man schaute nur Läufer. Und jeder erzählte von seinen Eindrücken, die sich oftmals wiederholten, aber auch ganz spezielle Erlebnisse am Rande des Laufs. Der Flieger hatte wohl Rückenwind, denn er landet eine Stunde vor der geplanten Ankunftszeit und wir müssten einige Zeit warten bis wir das Flugzeug verlassen durften. Mit dem ganzen Gepäck ging es dann zum Treffpunkt und der Transferbus des Platzhirschs brachte uns zurück zum Parkhaus. Nachdem das mehr an Gepäckstücken dann endlich auch verstaut war, konnte die Fahrt durch den Regen zurück nach Karlsruhe beginnen.
Auf dieser Fahrt entstand dann auch der Anfang dieser Geschichte.
Und es hat sich gelohnt, einmal dabei gewesen zu sein, eine von über 40.000 Läuferinnen und Läufern, bejubelt von über einer Million Zuschauern. Einmal nicht unter den letzten 100 zu sein. Es ist mit nichts zu vergleichen.

Johanna

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Grand-Prix Bern | 12.05.2007

Mein-erster-Bernathon, äh, Bern Grand Prix

Als Teilnehmer bei M-e-M 2006, schien mir der Aufwand nach Bern zu reisen noch zu groß. Außerdem hat es mir irgendwie nicht in den Trainingsplan gepasst, diese 16 "Kilometerchen". Ich dachte, wenn ich nicht jedes Wochenende einen langen Lauf mache, mache ich etwas falsch.

Da nur Gutes von bisherigen Bern-Teilnehmern zu vernehmen war, und inzwischen auch bei mir etwas Erfahrung dazu gekommen ist, traute ich mich doch. Die Hinweise auf die schwere Strecke, kamen dann erst im Rennen wieder ins Bewusstsein. Aber, auch wenn die letzte Meile nur noch ein strammer Spaziergang war, tut das meiner Begeisterung keinen Abbruch. Ich muss sogar sagen: glücklich, wer dabei sein konnte! Das Wetter meinte es gut mit uns und wusch morgens erst den Staub aus den Straßen, um uns später ordentlich zu wärmen.

Angefangen hat der Tag recht früh, was jedoch sehr gut war, im Hinblick auf stressfreie Anreise und anschließende gedrängefreie Abholung der Startunterlagen. Kam mir die Zeit im Vorfeld üppig bemessen vor, verging sie in der Berner Altstadt wie im Flug. Überhaupt diese Stadt! Die UNESCO weiß schon Bescheid, wo es wirklich schön ist. Verwundert war ich über den Straßenbahn-, Bus-, Taxi- und Fahrradverkehr mitten durch die Fußgängerzone. Ob da wohl jemand an eine U-Strab denkt? Schließlich war auch noch genug Zeit, um sich auf dem riesigen, sehr gepflegten (ich hab nur eine Kippe rumliegen sehn!) Gelände in Ruhe einzulaufen.

Der Lauf selbst, ist eine wahre Herausforderung. Durch die Startblockeinteilung, kann man direkt in seinem Maximaltempo starten. Leider verleitet die Strecke dazu, noch darüber hinaus zu gehen. Und so kam das Bern-Übel bei mir voll zum Tragen: der Hammer an der letzten Steigung. (Wie gesagt, da hab' ich wohl vorher nicht richtig hingehört!) Durch die begeisternde Atmosphäre an der Laufstrecke, fiel es leicht, sich damit abzufinden. Die Freude konnte mir nicht mal mehr vermiesen, dass unser Top-Läufer in der M30 eingeschweizert wurde oder dass ich hinterher erfahren musste, dieser 12. Mai war auch ein Schwabentag!

Beim nächsten mal wieder dabei,
euer mebler, äh, memler Petar

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Zu schön um wahr zu sein!!!
Oder
Bereits Stunden vor dem Start zum Grand Prix erlebte einer den berühmten runners high.

Plötzlich hörte ich lautes lachen - alles nur ein Traum??? Zurück in der Wirklichkeit!
Ich war nicht in einer Superzeit Sieger der schönsten 10 Meilen der Welt, sondern befand mich auf dem Messestand von ADIDAS. Schade eigentlich. ;-))

Werner