Sie sind hier: Fotos/Kurzberichte
DeutschEnglishFrancais
17.1.2018 : 11:51

Fotos/Kurzberichte

2013

Reims · 18.-21.10.2013

2012

Lissabon · 07.-11.12.2012
Dietlingen · 25./26.02.2012

2011

Minimarathon · 17.09.2011

2010

Athen Marathon · 31.10.2010
Hamburg Marathon · 25.04.2010
"memler opening" in Dietlingen · 30./31.01.2010

2009

Wanderung Murgtal · 08.11.2009
New York Marathon · 01.11.2009
Mini-Marathon u. Baden-Marathon · 19./20.09.2009
Fidelitas-Nachtlauf · 27.06.2009
Jesolo Night-Marathon · 22.-26.05.2009
Hamburg-Marathon · 26.04.2009

2008

Wanderung Ottenhöfen · 26.10.2008
Hornisgrinde-Marathon · 20.07.2008
Finama · 28.06.2008
Mannheim Marathon · 24.05.2008
5. memler Lauffreizeit Altglashütten · 22.-25.05.2008
Grand-Prix Bern · 10.05.2008

2007

Amsterdam · 19.-24.10.2007
Im Interview: Markus lief beim 25. Fiducia-Baden-Marathon persönliche Bestzeit
Sparkassen-Mini-Marathon · 15.09.2007
Sommerfest Büchelberg · 28.07.2007
Hornisgrinde-Marathon · 22.07.2007
Stuttgarter Zeitungslauf · 24.06.2007
Im Interview: Bärbels erster Start beim Fidelitas Nachtlauf über 80 km · 23.06.2007
4. memler-Lauffreizeit Altglashütten · 17.-20.05.2007
Grand-Prix Bern · 12.05.2007
Hamburg Marathon · 29.04.2007

2006

FIDUCIA Baden-Marathon · 24.09.2006
FIDELITAS Nachtlauf · 24.06.2006
Stockholm Marathon · 02. - 07.06.2006
3. memler-Lauffreizeit Altglashütten · 28.04.-01.05.2006
Winterlaufserie Rheinzabern, 15 km · 08.01.2006

2005

Halbmarathon Tübingen · 03.12.2005
Wanderung "Hoch über dem Albtal" · 13.11.2005
New York-Marathon · 06.11.2005
Frankfurt-Marathon · 30.10.2005
23. FIDUCIA Baden Marathon · 18.09.2005
25 km Bellheim · 06.08.2005
FIDELITAS Nachtlauf · 25.06.2005
2. memler-Lauffreizeit Altglashütten · 26.-29.05.2005
Grand-Prix Bern · 21.05.2005
Weltkulturerbelauf Bamberg · 01.05.2005
2. Freiburg-Marathon · 10.04.2005
Marató del Mediterrani / Barcelona · 19.-23.03.2005
"memler opening" in Dietlingen · 22./23.01.2005

2004

New York City Marathon · 07.11.2004
Marathon Palma de Mallorca · 24.10.2004
Baden-Marathon · 19.09.2004
Deutschlandstaffel · 24.08.2004
FIDELITAS Nachtlauf · 26.06.2004
24 h-Lauf für Kinderrechte · 19./20.06.2004
1. memler-Lauffreizeit Altglashütten · 10.-14.06.2004
Mannheim Marathon · 15.05.2004
Freiburg Marathon · 28.03.2004

2003

Tessin Marathon · 09.11.2003
ISTANBUL Eurasia Marathon · 19.10.2003
Karlsruhe-Marathon · 21.09.2003
Hornisgrinde-Marathon · 20.07.2003
24 h-Lauf für Kinderrechte · 05./06.07.2003
FIDELITAS Nachtlauf · 28.06.2003
Grand-Prix Bern · 10.05.2003
Badische Meile · 03.05.2003
Hamburg-Marathon · 27.04.2003
Olympialauf · 05.04.2003
Knielingen · 29.03.2003
Kandel · 09.03.2003

Interview mit Markus Schäfer | Sept. 2007

Markus lief beim 25. Fiducia-Baden-Marathon persönliche Bestzeit

Wenn ich mich richtig erinnere, Markus, so bist Du in diesem Jahr nun schon den dritten Marathon gelaufen. Zuerst hattest Du im Frühjahr in Hamburg Deine alte Bestzeit aus dem Jahr 2006 von 3:16h auf 2:56h verbessert. Dann bist Du den profilierten Hornisgrinde-Marathon gelaufen, und nun acht Wochen später beim 25. Baden-Marathon gestartet. Am Ende blieb die Uhr bei 2:51:53 stehen, erneute Bestzeit! Unglaublich! Herzlichen Glückwunsch!

Vielen Dank! Es ist tatsächlich kaum zu glauben, was sich bei mir in den letzten 12 Monaten getan hat. Noch Mitte 2006 war ich fest davon überzeugt, dass man über mehrere Jahre sehr intensiv würde trainieren müssen, um einen Marathon unter 3 Stunden laufen zu können. Mein mittelfristiges Ziel war es damals, schneller als 3:10h zu sein. Langfristig wollte ich wenigstens einmal die 3 Stunden knacken. Das bezeichnete ich Ende 2006 als mein sportliches "Lebensziel". Ich war allerdings der Ansicht, dass ich das mit einem für uns Freizeitsportler machbaren Trainingsumfang gar nicht würde schaffen können. Erst die 2:57h von Thomas Meder beim Badenmarathon 2006 waren der Auslöser für ein offensiveres und strukturierteres Training. Auf Thomas' Empfehlung hin beschäftigte ich mich ab dieser Zeit intensiver mit dem "Countdown"-Trainingsplan von Peter Greif. Agnes und ich trainierten dann ja 2007 für Hamburg erstmalig danach. Für uns beide mit riesigem Erfolg! Aber wenn Thomas durch seinen tollen Lauf nicht bewiesen hätte, dass eine Zeit unter 3 Stunden in unserer "Preisklasse" überhaupt möglich ist, dann hätte ich mich nie auf so ein Abenteuer eingelassen. Wer ist schon bereit, sich ohne nennenswerte Aussicht auf einen Erfolg ein so intensives und hartes Training aufzubürden? Oder Wettkämpfe jenseits der Schmerzgrenze zu bestreiten? Ohne die "Pionierarbeit" von Thomas und die ganze Vorgeschichte hätte ich mich beim diesjährigen Badenmarathon vielleicht in der Größenordnung von 3:05h um eine neue Bestzeit bemüht. Und die hätte ich ohne ein vernünftiges Training dann vermutlich sogar verfehlt. Aber statt dessen kam ja alles ganz anders ...

Du läufst seit 2003 bei den memlern, und hattest davor keinen regelmäßigen Laufsport betrieben. Reinhard hatte uns schon 2001 im Kurs erklärt: In den ersten sieben Jahren wird man/frau immer schneller. Wie man sieht, bei Dir trifft es zu- ich habe nur noch ein Jahr Zeit ;-)

Ganz entscheidend für das Leistungsvermögen ist natürlich immer das Training. Es mag sein, dass im Schnitt nach 7 Jahren eine gewisse Stagnation eintritt. Ob das bei mir dann auch so sein wird, werde ich sehen. Bis dahin habe ich aber schon noch ein paar konkrete Ziele.

Was hast Du vor?

Zunächst mal möchte ich in Wien im April 2008 eine Zeit unter 2:50h angehen. Wenn das klappt, dann werde ich mittelfristig versuchen, mich in Richtung 2:45h zu bewegen. Da müssen natürlich viele Faktoren stimmen. Für eine solche Leistung braucht man ja zunächst mal das notwendige Talent. Außerdem muß natürlich auch die Gesundheit mitspielen, was immer auch eine Glücksache ist. Und nicht zuletzt muß man bereit sein, die erforderliche Freizeit für so ein umfangreiches Training zur investieren. Ich lasse mich einfach überraschen, wo meine persönliche Leistungsgrenze irgendwann einmal sein wird. Vielleicht habe ich sie ja auch schon erreicht?

Du liegst somit seit dem Badenmarathon im Laufduell mit Thomas wieder vorne. Gab Dir sein Konter beim Kasselmarathon im Juni den nötigen Ansporn, Dich nochmals richtig reinzuhängen?

Vielen Dank für das Stichwort! Es wird zwischen Thomas und mir keine Duelle geben, dafür ist der gegenseitige Respekt viel zu groß, nicht nur sportlich, sondern vor allem auch freundschaftlich. Wir trainieren oft zusammen und geben uns gegenseitig Trainings- und Wettkampftips. Bei Wettkämpfen drücken wir uns die Daumen, und jeder freut sich mit dem anderen über dessen Erfolge. Das wäre keine gute Basis für Duelle, bei denen man eine andere Person ja unbedingt hinter sich lassen möchte ...

Was ist, wenn ihr beide beim gleichen Wettkampf startet?

Wir sind den diesjährigen Hornisgrinde-Marathon vom ersten bis zum letzten Meter zusammen gelaufen. Das war ein unglaublich schönes Gemeinschaftserlebnis. Etwa 100 Meter vor der Ziellinie geschah dann etwas Sonderbares. Ohne das vorher abzustimmen, haben wir beide das Tempo deutlich reduziert. Wir sind einfach immer langsamer geworden. Der Grund war aber nicht, dass wir nicht mehr gekonnt hätten. Es war einfach so, dass keiner von uns nach 42 gemeinsamen Kilometern auf der Ziellinie "die Nase vorn" haben wollte. Irgendwie keine klassische Duell-Situation ... ;-)

Woher kam dann Deine Motivation für Karlsruhe?

Noch Mitte August hatte ich gar nicht vor, in Karlsruhe eine neue Bestzeit zu laufen. Ich war nach den 2:56h von Hamburg der Ansicht, dass das "Jahressoll" erfüllt ist, und ich wollte mich eigentlich erst 2008 wieder um eine neue Bestzeit bemühen. Womit ich auf meiner Karlsruher Heimstrecke aber geliebäugelt hatte, war eine Zeit beliebig knapp unter 3 Stunden. Aber dafür hätte ich natürlich auch sehr hart trainieren müssen. Schließlich fragte ich mich, wie man sich wohl trainings- und wettkampftechnisch für eine zweitbeste (!) Zeit des Jahres würde motivieren können. Und wie würde man die schmerzhaften Phasen beim Training und im Wettkampf sich selbst gegenüber rechtfertigen können? Für eine nur zweitbeste Zeit? Der "innere Schweinehund" hätte bei ungenügendem Training und schwacher Motivation sehr leichtes Spiel gehabt. Daher entschied ich mich 4 Wochen vor dem Badenmarathon, mit 2:55h nun doch eine neue Bestzeit anzugehen. Wenn schon kämpfen, dann aber bitte für ein echtes Ziel. Ab dieser Entscheidung war ich dann wieder hochmotiviert, und begann mit den Wochen 5 bis 8 aus dem "Countdown". Diesmal allerdings in der intensiven Variante mit 7 Trainingstagen pro Woche.

Du hattest also auf 2:55h trainiert? Wie kamst Du am Ende auf 2:51h? Hattest Du beim Wettkampf am Ende noch solche Reserven?

Nein, ich verschärfte schon vorher das Training, weil es einfach viel besser verlief als geplant. Ich stellte nach etwa 2 Trainingswochen fest, dass mir besonders die Tempodauerläufe sehr viel leichter fallen als noch vor einem halben Jahr beim Hamburg-Training. Es war einfach unglaublich, wie deutlich der Unterschied auf einmal war. Beim letzten harten Testlauf 10 Tage vor Karlsruhe konnte ich dann die Tempo-Vorhersage für 2:55h so weit unterschreiten, dass ich mich entschied, den Wettkampf mit einem Ziel von 2:50h anzugehen. Dass ich diese Zeit letztlich knapp verfehlte, ist für mich nicht relevant. Die 2:51h sind für mich ein absolutes Traumergebnis. Und die Entscheidung, die Zielzeit zu verschärfen, war goldrichtig. Die vorherigen Trainingserfolge hatten das eindeutig gerechtfertigt, und der Verlauf des Marathons hatte es ja dann auch bestätigt.

Was lief bei Deinem Training in diesem Jahr anders als vorher?

Der Trainingsumfang in diesem Jahr war mit nichts zu vergleichen, was ich davor kannte. In der heißen Phase des Hamburg-Trainings lief ich monatlich ca. 500 Kilometer. Und im Monat vor Karlsruhe waren es nun sogar ca. 560 Kilometer. Das Training war beide Male gemäß dem "Countdown". Aber anders als bei der Vorbereitung auf den Hamburg-Marathon hatte ich für den Badenmarathon nun Trainingseinheiten verschoben, damit ich an den gemeinsamen Mittwochsrunden ab der Europahalle teilnehmen konnte.

Dir waren die Gruppenläufe so wichtig, dass Du den Trainingsplan verändertest?

Ja. Die gemeinsamen Läufe in der Gruppe hatte ich vor Hamburg am meisten vermißt. "Greif macht einsam", wenn man die Trainingseinheiten nicht verschiebt. Mittwochs sind gemäß dem "Countdown" ja Intervalle angesagt, und die sind in der Gruppe wohl schwierig umzusetzen. Die hatte ich nun auf den Donnerstag geschoben. Was ich leider nicht verschieben konnte, waren die wichtigen 35km-Läufe samstags. Die sind wegen der "Endbeschleunigung" ja auch nichts, was eine Gruppe einfach so mitmachen möchte ...

Mußtest Du auf Verletzungen Rücksicht nehmen?

Was Verletzungen betrifft, so hatte ich in diesem Jahr großes Glück. Es traten nur ein paar Kleinigkeiten auf, die mich aber kaum behinderten. Ich konnte alles durch sorgfältiges Dehnen beseitigen. Komischerweise ist mein trainingsintensivstes Jahr bislang auch das Jahr mit den wenigsten Verletzungen. Offenbar verkraftet man als Läufer eine hohe Dauerbelastung viel besser, als einen zu schnellen Wechsel von einem niedrigen zu einem hohen Trainingsniveau.

Gehörte zu Deiner Marathon-Vorbereitung auch eine Änderung bei der Ernährung? Mußtest Du auf gewisse Dinge verzichten, wie z.B. auf das ein oder andere Bierchen?

Ja, das war tatsächlich so. Ich hatte mein Gewicht einige Wochen vor Hamburg und Karlsruhe um etwa 3 kg verringert. Das erreicht man bei dem Trainingsumfang aber alleine schon dadurch, dass man seinen Teller statt "sehr voll" nur noch "voll" belädt. Die Schokolade zwischendurch hatte ich mir fast völlig abgewöhnt, was sehr wichtig war. Und Alkohol war in den heißen Phasen absolut tabu. Aber es gibt ja mittlerweile auch ganz hervorragende alkoholfreie Biere! Der Schokoladenverzicht kostete mich aber sehr viel Überwindung! Der Alkoholverzicht bereitete dagegen überhaupt keine Schwierigkeiten.

Wie hast du den Spagat zwischen Hobby und Beruf auf die Reihe gebracht?

Während der 4 Trainingswochen kam es vor, dass ich erst nachts von einer Geschäftsreise heimkehrte, hundemüde war und mich zu Hause eigentlich nur noch hinlegen wollte. Durch den "Zwang" des 7-Tage-Trainings fuhr ich dann aber doch jedesmal noch zum Forschungszentrum. Auf dem beleuchteten Weg um das FZK kann man ja rund um die Uhr trainieren. Während des nächtlichen Trainings traf ich auf Rehe, Hasen, Igel, und Frösche. Und einmal sogar auf ein Wildschwein, das dann aber bei unserer Begegnung das Weite suchte. Wenn es das nicht getan hätte, dann hätte ich evtl. ein spontanes Intervalltraining einlegen müssen ... ;-) Übrigens machte das Aufraffen zum nächtlichen Training niemals Spaß! Allerdings war ich hinterher um so zufriedener, das Tagessoll trotzdem erfüllt zu haben.

Du warst am Samstag noch rd. 7 Stunden beim Sparkassen-Minimarathon im Einsatz. Normalerweise sollte man/frau sich vor einem Marathon doch eher schonen, die Beine hochlegen. War es nun Stress die Kids auf die Strecke zu schicken oder schon die Vorfreude auf Deinen Lauf am Sonntag?

Es war beides. Seit meiner ersten Teilnahme im Jahr 2003 ist der Badenmarathon für mich etwas Besonderes. Die extremen Gefühle eines Marathonlaufs in der eigenen Heimatstadt zu erleben, das ist der sportliche Höhepunkt eines jeden Jahres. Man kennt die meisten Straßen und Wege des Marathons auch aus dem Alltag, und wird dann während des folgenden Jahres immer wieder an diese Veranstaltung erinnert. Dass wir nun mit dem Minimarathon direkt in die Organisation und Durchführung einer Teil-Veranstaltung des Badenmarathons eingebunden sind, ist einfach wunderbar! Es überwog am Samstag bei mir also eindeutig die Vorfreude auf den Sonntag. Das trug eindeutig zu meiner Motivation für den Wettkampf bei. Dazu kommt aber noch etwas anderes: wir werden sonntags während unseres Laufes von zahllosen ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Und da war es einfach schön, dass wir am Vortag bei den verschiedenen Kinderläufen auch einen Beitrag leisten konnten, um anderen eine Freude zu bereiten. Die kleinen, mittleren und großen Knirpse hatten ja offenbar auch einen Riesenspaß gehabt.

Wie hattest Du Dir am Sonntag Deinen Lauf eingeteilt? Verlief alles nach Plan?

Ich hatte mich im Startblock bei etwa 3:15h einsortiert, um ein zu schnelles Anfangstempo zu verhindern. Das hatte auch wunderbar geklappt. Die wichtigen ersten Kilometer war ich dann mit 4:05er Tempo genau im Soll. Ich hatte das Tempo dann ab km 15 auf etwas unter 4:00er-Schnitt angehoben. Nach der Marathonweiche wurde es dann natürlich etwas einsamer auf der Strecke. Dort lief ich meinen planmäßigen 4:00er-Schnitt, und erst bei km 32 wurde es deutlich schwerer, das Tempo zu halten. Nach km 36 fehlte mir dann aber doch etwas die Kraft, und ich merkte, dass die 2:50h nicht mehr zu erreichen sind. Ab da ging es mir dann nur noch darum, auf den letzten Kilometern möglichst wenig Zeit einzubüßen. Das sind dann die häßlichen Momente, wo man gegen die Erschöpfung und den Schmerz läuft. Wo man tierisch "beißen" muß, um das Tempo nicht völlig einbrechen zu lassen. Wo man nach allem sucht, mit dem man sich auch nur im entferntesten motivieren kann. Zum Kuckuck, wo waren die Läufer-Konkurrenten mit den VfB-Trikots, als ich sie brauchte ... ;-)

Was hattest Du bei Überqueren der Ziellinie empfunden? Du hattest sicher große Glücksgefühle ...?

Nein, das weniger, dazu war ich viel zu geschafft. Ich war vor allen Dingen froh, dass die extreme Belastung nun vorüber war, und ich den Lauf vernünftig hinter mich gebracht hatte. Ein "Hochgefühl" direkt bei Zieleinlauf hatte ich noch nie. Die große Freude kommt bei mir immer erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand, und dafür hält sie dann aber je nach Wettkampf und Ergebnis teilweise über mehrere Wochen an. Das ist viel schöner als ein kurzes "Hoch" im Ziel. Etwas war aber doch sehr schön beim Zieleinlauf: direkt hinter der Ziellinie wurde ich bereits von einigen "Engeln" aus der Memlerschaft erwartet. Man ist halt im "Runner's Heaven"! Ich wurde zur nächsten freien Bank eskortiert, und dort einfach großartig versorgt! Lena, Martina und Petra sei an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich gedankt! Hätte ich vorher gewußt wer und was mich im Ziel erwartet, dann hätte ich vielleicht noch ein wenig schneller laufen können! ;-)

Wie hast Du in diesem Jahr das Karlsruher Publikum und die Klangstrahlen erlebt?

Ich hatte das Gefühl, dass die Unterstützung des Publikums besser war als in den Vorjahren. Ab der Marathonweiche wurde es natürlich erst einmal etwas ruhiger. Aber auch auf der 2. Hälfte des Marathons gab es einige "Stimmungsnester", die uns Läufer dann noch mal zusätzlich motivierten.
Von den Klangstrahlen habe ich nur auf der Kriegsstraße, am Schloß und am Ettlinger Tor etwas mitbekommen. Ich denke aber, dass einem als Läufer hierbei der Überblick über das Gesamtprojekt fehlt. Man ist in dem Moment halt auch eher mit sich selbst beschäftigt. Die Musiker in den Kriegsstraßenunterführungen vermittelten jedenfalls ein schönes Gefühl, wenn nicht sogar eine Gänsehaut. Die Klangstrahlen hatten ja immerhin eine tolle Auszeichnung bekommen. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass sie dazu beitragen, mehr Zuschauer an die Strecke zu locken. Letztlich ist das auch für uns Läufer eine große Hilfe, gerade auf den Kilometern 33 bis 38 in der Innenstadt, wo die Härte des Wettkampfes dann deutlich zunimmt.

Wie hast Du die Läufer des Business-Marathon erlebt? Irritiert es einen als Marathonläufer nicht, wenn man zwischendrin immer wieder auf ausgeruhte Staffel-Läufern trifft?

Klar, man fragte sich vor allem in der 2. Hälfte immer wieder, welche Kategorie von Läufer man da wohl gerade vor sich hat. Zumal nicht alle Staffelläufer auf dem Rücken durch die Business-Startnummer erkennbar waren. Alles in allem ging das aber. Vielleicht auch deshalb, weil die Staffelläufer in diesem Jahr nicht so stark waren, dass sie einen am Ende durch schnelle Überholmanöver moralisch hätten "zerlegen" können. Die Business-Marathonis sind aus meiner Sich für den Badenmarathon unverzichtbar, weil sie in der 2. Hälfte zusätzlich die Strecke bevölkern. Die wenigen Marathonis kommen sich dann auf der Piste nicht ganz so verlassen vor. Nebenbei sorgen sie natürlich auch für mehr Publikum, das man alleine für die Marathonläufer bestimmt nicht hätte mobilisieren können.

Willst du vielleicht schon im nächsten Jahr schnellster Karlsruher werden?

Ja, gerne! Allerdings fällt mir spontan ein halbes Dutzend von sehr starken Läufern aus Karlsruhe ein, die ein ähnliches Ziel haben ... ;-)

Lässt Du es jetzt ausklingen - ist jetzt erstmal Urlaub angesagt, oder willst Du in Amsterdam noch was drauflegen?

Was Marathonläufe betrifft, so ist jetzt tatsächlich erstmal "Urlaub" angesagt. Auf kürzeren Strecken möchte ich in den kommenden Wochen aber noch mal meinen aktuellen Stand ausloten. Der Amsterdam-Marathon ist für mich aus jetziger Sicht von rein touristischer Natur. Du merkst, ich lasse mir noch ein Türchen offen ... ;-) Die Zielzeit überlege ich mir spontan, oder ich schließe mich einem memler-Grüppchen an. Wir werden sehen. Es wäre jedenfalls schön, wenn in Amsterdam weitere memler die 3 Stunden knacken würden. Ich drücke allen Kandidaten fest die Daumen!

Markus, zum Abschluss die Frage: Was kannst Du unseren ambitionierten Läufern wie auch den Genussläufern unter den memlern mit auf den Weg geben?

Für die ambitionierten Läufer:
- Man sollte dem Ehrgeiz nicht alles unterordnen, das können wir "Ehrgeizlinge" von den Genußläufern lernen. Wenn man sich nur über gute Zeiten definiert, dann ist man evtl. irgendwann einmal tief frustriert, wenn es nicht mehr so toll läuft, und gibt das Laufen dann im schlimmsten Fall sogar ganz auf.
- Wer ein hartes Training für eine neue Bestzeit (< 3:20h) in Kauf nimmt, der wird mit dem "Countdown" optimal bedient. Für entsprechende Trainingstips stehen Agnes, Thomas und ich gerne zur Verfügung. Wenn man langsamere Zeiten anstrebt, dann reichen auch weniger intensive und aufwendige Trainingspläne.
- Ob "Countdown" oder nicht, für eine Leistungssteigerung ist ein ausreichender Kilometerumfang unverzichtbar, zusammen mit einer sinnvollen Trainingsstruktur. Sonst wird der Traum von der neuen Bestzeit auch für immer ein Traum bleiben.

Für die Genußläufer:
- Bewahrt Euch Euren Spaß am Laufen, egal wie schnell ihr seid. Die gelaufene Strecke ist viel wichtiger als das Tempo. Der Spaß, mit dem ihr bei der Sache seid, ist ein wesentlicher Grund für das sehr angenehme und lockere Klima bei uns memlern. Gäbe es bei uns nur die "Schnellen", dann wäre es nicht halb so schön. Zusammen sind wir eine tolle Truppe, und die Mischung macht es ... ;-)

Markus, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute zu Deinem 36. Geburtstag!
Ein Teil der memler wird Dir heute Abend persönlich gratulieren, wir sehen uns in der Abfüllhalle...


Werner / Fotos von Tom


02.10.2007

Nachstehend angezeigt wird ein Zufallselement - zur gezielten Beitragsauswahl s. Spalte links

Karlsruhe-Marathon | 21.09.2003